Steinzeit (1965 - 1990)


Die ersten 25 Jahre Tischtennis im TSV Untergröningen bedeuteten eine Zeit voller Überraschungen. Die Anfänge des Tischtennissports lagen zu Beginn der 60er-Jahre. Die katholische Jugend in der Jungschar um Norbert Henninger gegann im Schloss Untergröningen das Spiel mit der kleinen weißen Zelluloidkugel. Zu diesen ersten Aktiven gehörten neben Norbert Henninger, Heinrich Haldenwanger, Xaver Eberhardt, Michael Tauscher und Heinrich Haas. Gespielt wurde damals vom frühen Abend bis in die frühen Morgenstunden im Schloss.

Aus diesen Anfängen entwickelte sich eine größere Gruppe, so dass 1964 eine Tischtennisabteilung im Turn- und Sportverein Untergröningen gegründet wurde. Als neues Trainingsquartier diente - nachdem man den Platz im Schloss räumen musste f+r kurze Zeit der Saaldes Gasthauses "Ochsen" danach die Fabrikhallen der Firma "Grau+Wagenblast". Dort musset vor jedem Übungsabend erst aufgeräumt werden um Plazu zu schaffen für die Tischtennisplatten. Allerdings besaß man zu jener Zeit nur zwei Platten; eine aus den Anfängen in den Schlossräumen, die zweite wurde durch den Firmeninhaber Hans Grau selbst angeschafft.

Nach diesen spielerischen Anfängen wurde die Tischtennisabteilung des TSV Untergröningen am 26.08.1965 offiziell Mitglied im Tischtennis-Verband Württemberg-Hohenzollern E.V. (TTVWH).

Mit einer Herrenmannschaft nahm der TSV Untergröningen erstmals an der Spielrunde 1965/1966 offiziell am Spielbetrieb teil. Die Mannschaftsaufstellung lautete: Norbert Henninger, R. Gerlach, Heinrich Haldenwanger, Xaver Eberhardt, Heinrich Haas und Michael Tauscher; weiterhin gehörten zur Mannschaft H. Lukas, Klaus Strangfeld, Hans Kircher, Hubert Görgl, Heinrich Kunz und Martin Rosner. Es wurde in der Kreisliga 2 des Bezirks Rems um Punkte gespielt. Im ersten Verbandsspiel verlor das neue Team mit 1:9 gegen den TSV Heubach III. Die Heimspiele als auch die Trainingsabende fanden von un an im Sall des Gasthauses "Zum Lamm" statt. Dort war es erstmals möglich mehrere Platten, welche durch Spenden der Spieler angeschafft wurden aufzustellen. Gab es bei Spielen "Raumnot" durch eine anderweitige Belegung des Lamm-Saals wich man kurzerhand in die früheren Räume im Schloss oder in die heutigen Räume des Kindergartens aus. Noch ein paar Details zu diesen "Verhältnissen": Als Umkleideraum diente der Vorraum der Kegelbahn bzw.das Nebenzimmer; Aufbewahrungsort für sämtliches Gerät war die Theaterbühne des Saales; zum duschen ging es Anfangs nach Hause später in den heutigen Kindergarten. Nichts destotrotz wurde verbissen an den Platten um den Sieg gekämpft. Den ersten Punktgewinn erkämpfte man sich mit einem 8:8 gegen den TSV Böbingen.

Als es der 1. Vorsitzende des TSV Untergröningen Heinz Layer, zugleich auch Bürgermeister von Untergröningen es der jungen Abteilung erlaubte, den Übungs- und Spielbetrieb im Ersgeschoss der Grund- und Hauptschule - auf dem Flur und den unteren Klassenräumen - auszutragen, war der Grundstein für den Leistungssport gelegt. Es gab nun endlich den Platz, welcher für einen geregelten Betrieb so dringend nötig war. Ende 1966 übernahm dann ein Mann das "Kommando", von dessen Arbeit die Abteilung bis zum Ende des Jahrhunderts noch profitieren sollte: Wilhelm Dyrschka. Durch seine Tischtennisschule marschierten Spielerinnen und Spieler die sich später in den höchsten Spielklassen des Tischtennisverbandes Württemberg-Hohenzollern etablieren sollten. Unter ihm wurde begonnen, das Augenmerk auf die Jugend zu legen. Bereits im Jahr 1968 wurde erstmals - und bis heute einmalig - ein Trainer angestellt. G Ulmer leitete 1968 mehrere Übungsabende und brachte der Abteilung das nötige Rüstzeug bei. Einige Annektoden aus den damaligen Berichten: Dieses Jahr wurden insgesamt 18 Verbandsspiele ausgetragen, die Jahresgage für den Trainer betrug 260.- DM, welche zu 2 Dritteln aus Spenden der Spieler nach jedem Training aufgebracht wurden. Der Ballverschleiß lag bei 150 Stück im Jahr, was Kosten von 75.- DM verursacht. Der Trainingsbesuch lag bei 30 Spielern im Jahr 1968 und bereits bei 40 im Jahr 1969. Die Mitgliederzahl belief sich auf rund 100. 1969 meldete man erstmals eine zweite Herrenmannschaft für den Spielbetrieb. Erste Erfolge gab es für die Spieler nun auch auf Bezirksebene.

Nun war man aus den Kinderschuhen herausgewachsen.
Zu den Zielen wie Gemeinschaftssinn, Kameradschaft und Toleranz kamnun auch der sportliche Erfolg dazu. Die ersten Jugendmannschaften gingen 1971/1972 an den Start und auf Grund der Eingemeindung von Untergröningen zu Abtsgmünd spielte man ab diesem Zeitpunkt im Bezirk Ostalb. Die erste Herrenmannschaft mit Alfred Schober, Norbert Henninger, Karl Schober, Heinrich Haas, S. Liebl und Xaver Eberhardt erspielte sich in der Saison 1972/1973 souverän die erste Meisterschaft in der Kreisklasse 2 und schaffte den Aufstieg.

Allmählich wurden selbst die Anfangs so gelobten Schulräume für die Abteilung zu klein, da sich durchschnittlich 80 Spieler zum Training zusammenfanden. In der Saison 1974/1975 schafften die Herren den zweiten Aufstieg und spielten fortan in der Kreisliga. Durch den Bau Turn- und Festhalle Untergröningen standen ab 1976 dann ideale Trainingsbedingungen der Abteilung zur Verfügung. Dies zeigte sich auch am sportlichen Erfolg - die Herrenmannschaft mit Alfred Schober, Norbert Henninger, Peter Hirsch, Rudi Strauch, Karl Schober, Xaver Eberhardt und Wilhelm Dyrschka konnte wiederum die Meisterschaft und den damit verbundenen Austieg in die Bezirklsklasse erringen.

Wilhelm Dyrschka schliff seine Jugend und die Erfolge stellten sich ein. Sowohl die Jungenmannschaft mit Udo Mangold, Wolfgang Winter, Axel Kunik, Wilfried Horlacher, Adelbert Wengert und Stefan Bareiß als auch die Mädchenmannschaft mit Claudia Schmidt, Petra Hammer, Sabine Kunz und Petra Fuchs spielten über mehrere Jahre erfolgreich in der Verbandsliga - der höchsten Spielklasse für Jugendmannschaften. Im Einzelsport konnten sich einige der Jugendlichen für die württembergischen Meisterschaften und Ranglisten des Verbandes qualifizeren.

1980/1981 nahmen 6 Mannschaften der Abteilung an den Rundenspielen teil. Dabei gelang der ersten Herrenmannschaft der Aufstieg in die Bezirksliga, der zweiten Herrenmannschaft der Aufstieg in die Kreisklasse 2 und die Jugendlichen erspielten sich bei den Bezirksmeisterschaften den Pokal für den erfolgreichsten Verein des Bezirks.

Nach dieser Saison ging die Äre des Mister Tischtennis - Wilhelm Dyrschka - zu Ende. Nach über 14 Jahren der ehrenamtlichen Tätigkeit als Mann für Alles gab er sein Amt als Abteilungsleiter auf. Sein Nachfolger wurde Peter Hirsch. Die Herrenmannschaft wurde Meiser in der Bezirksklasse und schaffte damit den Aufstieg in die Landesliga. Dort vertraten Udo Mangold, Josef Deigner, Peter Hisch, Rudi Strauch, Herbert Apprich und Berno Henninger den TSV Untergröningen.

Was danach kam passte nicht in den seitherigen Verlauf der Entwicklung - es kam der große Knall. Von der ersten Mannschaft gingen nacheinander nicht weniger als 5 Spieler zu anderen Vereinen. Neben dem Verlust der Spieler schmerzte vor allem die Tatsache, dass viele Spieler Ämter im Verein bzw. in der Abteilung inne hatten, welche nach deren Abgang nur provisorisch/kommisarisch besetzt werden konnten. Darunter leidete in den folgenden Jahren vor allem die Jugendarbeit was zu einem regelrechten Loch in der Entwicklung des Vereins führte. Die Abteilungsleitung übernahmin den Jahren 1982 und 1983 Josef Deigner - die erste Herrenmannschaft purzelte von der Landesliga hinab und fand sich 3 Klassen tiefer in der Kreisliga wieder. Die Jugendmannschaften spielten ohne größere Erfolge in den unteren Klassen. Ein kleiner Lichtblick war der Aufstieg der zweiten Herrenmannschaft in die Kreisklasse A.

Unbeeindruckt von den Querelen der Herren bildeten die ehemaligen Jugenspielerinnen eine Damenmannschaft und erspielten sich 1982/1983 den Meistertitel der Kreisliga, 1983/1984 den Titel in der Bezirksklasse, 1984/1985 die Meisterschaft in der Bezirksliga um sich danach in der Landesliga zu etablieren. Als Josef Deigner den Verein verließ übernahm Xaver Eberhardt, als ein Mann der ersten Stunde die Leitung der Abteilung. Xaver Eberhardt ist bis heute der einzige Spieler, welcher von der Anfangszeit bis heute ununterbrochen in der Abteilung aktiv war und ist. Als letzter Vertreter der "alten Garde" führte er die Abteilung langsam abder kontinuierlich wieder bergauf. Er legte das Hauptaugenmerk verstärkt auf die Jugend; wohlwissend dass es hier einiges nachzuholen gab. Die erste Jungenmannschaft mit Axel Kunik, Uwe Deigner, Peter Engel und Gero Henninger schaffte wieder den Sprung in die Bezirksliga und es tauchten junge und ehrgeizige Spielerinnen und Spieler auf, welche auch bereit waren Verantwortung zu übernehmen. Nach langer Durststrecke meldete man 1985/1986 insgesamt 7 Mannschaften zum Spielbetrieb - in der Spielrunde darauf erstmals eine dritte Herrenmannschaft. Die erste Herrenmannschaft mit Axel Kunik, Herbert Apprich, Berno Henninger, Wilfried Horlacher, Kurt Jilek und Gero Henninger errang in der Spielrunde 1986/1987 die Meisterschaft in der Kreisliga und damit den Aufstieg in die Bezirksklasse.

Auch in die Spielzeit 1986/1987 fiel der bis dahin größte Erfolg der Abteilung. Die Damenmannschaft mit Petra Hammer, Petra Fuchs, Carola Mangold, Claudia Strauch und Petra Rinderspacher schafften bei den Aufstiegsspielen der Landesligaersten der Saison 1986/1987 als Ersatzmannschaft (der Meister Friedrichshafen verzichtete auf das Turnier) die Sensation und erkämpfte sich durch eine großartige Leistung den Aufstieg in die höchste Spielklasse des Tischtennisverbands Württemberg-Hohenzollern: die Verbandsliga.

In der darauf folgenden Saison 1987/1988 schafften die Damen den Klassenerhalt in der Verbandsliga. In der Saison 1988/1989 übernahm Gero Henninger die Abteilungsleitung und mit Peter Engel konnte ein neuer Jugendleiter gewonnen werden. Im Jugentraining betätigten sich Xaver Eberhardt und Rudi Strauch. Die Tischtennisabteilung ging mit 10 Mannschaften - mehr als je zuvor - an den Start.

Die Saison 1989/1990 wurde überaus erfolgreich. Die erste Damenmannschaft mit Petra Fuchs-Stegmaier, Claudia Sorg, Petra Hammer und Carola Mangold erspielte sich im 3. Jahr in der Verbandsliga mit dem 6. Platz die beste Plazierung seit dem Aufstieg. In der Erfolgspur die zweite Damenmannschaft mit Petra Rinderspacher, Andrea Milz, Claudia Strauch, Angelika Steuer und Sabine Ringwald. Sie gewannen die Meisterschaft in der Bezirksklasse und schafften damit den Sprung in die Bezirksliga. Nach den Erfolgen der Damenmannschaft wollten selbstverständlich auch die Herren der Schöpfung zum Erfolg der Abteilung beitragen. Die erste Herrenmannschaft mit Rudi Strauch, Herbert Apprich, Axel Kunik, Peter Engel, Wilfried Horlacher und Gero Henninger schaffte durch die Meisterschaft in der Bezirksklasse den Sprung in die Bezirksliga (Bild - Urkunde). Da wollte die zweite Herrenmannschaft mit Berno Henninger, Kurt Jilek, Frank Hammer, HaraldKunz, Klaus Hägele, Pius Roggenstein und Jochen Albrecht sich nichts nachsagen lassen und schaffte das Double. Als Meister der Kreisklasse B schaffte das Team den Aufstieg in die Kreisklasse A und gewann auch den Kreisklassenpokal. Die dritte Herrenmannschaft mit Wolfram Ringwald, Joachim Keim, Alexander Albrecht, Axel Henninger, Jochen Wahl, Günter Kießling, Xaver Eberhardt, Sascha Fasora und Martin Riek belegte in der Kreisklasse C einen guten 6. Platz.

Ja so war es in der 25-jährigen Steinzeit der Abteilung von 1965 bis 1990.

... Fortsetzung folgt!